... unterstützen
Akutfall - was tun?
Rehabilitation
... unterstützen
... informieren
Das Apallische Durchgangssyndrom
Frührehabilitation
... informieren
... organisieren
Unsere Ziele
Kontakt
Veranstaltungen
Regionale Verbandsgruppen
Informationsmaterial
Archiv
Archiv Mitteilungen
Archiv Information und Fortbildung
Archiv Fachtagungen
Archiv Seminare
Für Mitglieder
Für Vorstandsmitglieder
Start -> ... organisieren -> Archiv -> Mitteilungen -> Nach 3 Jahren wieder voll da
 Seite drucken
 

Nach 3 Jahren wieder voll da

Drei Jahre im Koma – Wieder voll da!
Davon berichtete unser Mitglied Hartmut Deharde den rund 1.000 Teilnehmern des HEILBERUFE-Kongresses Pflege 2005 in Berlin.

 
 Es war ein Schicksalstag im Leben von Hartmut Deharde (damals 28) – ein Tag im Mai 1989, als er bei einem Autounfall eine schwere Hirnverletzung erlitt. An den Unfallhergang kann er sich nicht mehr erinnern. Erst im Frühjahr 1992, am Ostermontag, erwachte er aus dem Koma. Seither kämpft er um eine Besserung seiner Situation – mit der gleichen Willensstärke, die ihm auch zur Rückkehr ins Leben verholfen hat. Davon berichtete unser Mitglied den rund 1.000 Teilnehmern des HEILBERUFE-Kongresses „Pflege 2005“ in Berlin:

Insassen des nachfolgenden Fahrzeugs befreiten damals Hartmut aus dem Autowrack, lagerten ihn richtig und riefen sofort den Notarzt. Sauerstoffversorgung, Lungendrainage und erste Wundversorgung erfolgte am Unfallort, mit einem Rettungshubschrauber wurde Hartmut ins Zentralkrankenhaus nach Bremen geflogen. Hartmut wurde in ein künstliches Koma versetzt. Tägliche Kopfuntersuchungen mit dem CT ergaben nichts. Erst am vierten Tag nach dem Unfall waren Einblutungen im Gehirn feststellbar. Die Diagnose: Schädel-Hirn-Trauma 3. Grades. Nach einer Woche sollte unser Sohn aus dem künstlichen Koma geholt werden. Als er nach 14 Tagen immer noch nicht erwacht war sagten uns die Ärzte, dass Hartmut wohl im Dauerkoma bleiben würde.

Vier Wochen später bekam er eine Lungenentzündung. Das passierte immer wieder und immer war es ein anderer Erreger, der die Pneumonie auslöste. Einen Dekubitus am Steißbein bekamen die Pflegekräfte schnell und gut in Griff. Es entstanden auch keine weiteren Wunden.

Wir, also die ganze Familie, besuchten Hartmut täglich mehrere Stunden. Wenn wir im Zimmer waren, stellten wir trotz seines komatösen Zustandes Regungen in seinem Körper fest. Er erzählte auch später, dass er empfunden hat, ob er hart angepackt oder liebevoll berührt wurde. Die Ärzte und Pflegekräfte unterstützten unser Bemühen sehr.

Nach acht Wochen zeigten sich erste Merkmale einer Spastik. Alle Versuche, dem entgegenzuwirken, scheiterten. Ca. drei Monate nach dem Unfall öffneten sich bei unserem Sohn die Augen und bewegten sich hin und her. Hartmut war im Wachkoma. Er konnte wieder selbst atmen, wurde erstmals in einer Wanne gebadet.

Etwa 1,5 Jahre später wurde deutlich, dass Hartmut geistig wohl nicht so großen Schaden erlitten hatte, wie gedacht. Er konnte aufschreiben, was er zu Mittag essen wollte. Wir kauften ihm ein spezielles Schreibgerät. Jetzt kamen Worte, die für ihn typisch waren und uns oft überraschten.

Am 1. März 1991 musste er die Klinik verlassen. Wir nahmen ihn zu uns nach Hause, richteten einen Pflegeplatz ein und organisierten einen häuslichen Pflegedienst für täglich vier bis fünf Stunden. Die Krankenkasse bewilligte Therapiegeräte und Treppensteiger. Fachärzte, Krankengymnasten und Logopädin kamen ins Haus.

Am Ostermontag 1992 wachte er aus dem Wachkoma auf. Hartmut Deharde „Als ich meinen Körperzustand begriffen hatte, war ich völlig am Ende. Ich hatte keine Stimme. Wie sollte ich mich hörbar, wie die anderen auf mich aufmerksam machen? Ich fühlte mich so hilflos. Damit musste ich jetzt wohl leben und auch einen Weg finden, das Ganze zu verarbeiten. Das Wichtigste ist, wenn man sich mit seinem Zustand zufrieden gibt, sonst kommt man nie aus seinen Zweifeln, Lust am Leben finden zu können, heraus. Ich habe das geschafft.“

Viel haben die Therapien bewirkt. Die Logopädin hat einen großen Anteil daran, dass ich wieder sprechen kann. Sie brachte mir die richtige Atemtechnik bei und löste die Zunge. Die Krankengymnastin behandelte mich nach Bobath, ich erlangte Standsicherheit und schaffe auch kleine Wege. Die Ergotherapie förderte das logische Denken. Die häusliche Krankenpflege wurde durch einen sehr guten Pfleger und natürlich meine Eltern, die mich seit 1995 ganz allein pflegten, gesichert. Ich bin ihnen sehr dankbar.

Inzwischen war ich fünfmal zu einer Reha-Kur und schloss eine Berufsausbildung in den Werkstätten Bremen mit dem Ziel, in Büro oder Verwaltung zu arbeiten, erfolgreich ab. Da ich aber eigentlich Elektriker bin – mein Unfall passierte fünf Tage vor der Meisterprüfung zum Elektroinstallateurmeister – bat ich um Versetzung in die Elektroabteilung der Werkstätten. In den Diakonischen Werkstätten in Minden arbeite ich jetzt als Endkontrolleur in der Elektroabteilung.Vor zwei Jahren fand ich einen Daueraufenthaltsplatz im „Haus Kurt Partsch“ in Bückeberg bei Minden.
 

 
Nach oben zum SeitenanfangSeite drucken
 
 
Start | Sitemap | Kontakt | Webmaster | Nutzungshinweise | Haftungsausschluss | Impressum | Nach oben