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Die letzte Erhebung erfolgte zum Stichtag 15. Dezember 2007. Die Ergebnisse der Datenaufbereitung und der Analyse wurden jüngst vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht und in
verschiedenen Medien aufgegriffen und verbreitet.
Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die Kosten. Das Statistische Bundesamt ermittelte für die Pflegestufe III einen Durchschnitt von 2.766,- Euro monatlich. Nach Abzug des Anteils der
Pflegeversicherung bleibt eine monatliche Belastung von durchschnittlich 1.296,- Euro für den Bewohner bzw. die Angehörigen.
Bei den Kosten zeigten sich bemerkenswerte Differenzen zwischen den Bundesländern: Am preiswertesten wird in Sachsen-Anhalt und Sachsen gepflegt, am teuersten in Nordrhein-Westfalen und
Hamburg. Die Differenz beträgt immerhin rund 700,- Euro pro Monat, also mehr als die Hälfte des durchschnittlichen Eigenanteils.
Leider differenziert die Statistik nicht zwischen verschiedenen Arten von Pflegeeinrichtungen - allgemeine Pflegeeinrichtungen, Fachpflegeeinrichtungen und spezialisierte Einrichtungen für
Menschen im Wachkoma oder mit schweren Schädel-Hirnverletzungen (Phase F). Die Einrichtungen unterscheiden sich erheblich in ihrem Leistungsangebot und in den Spezialeinrichtungen werden Menschen
im Wachkoma speziell gefördert und betreut. Sie sind entsprechend teurer und daher nicht mit allgemeinen Pflegeeinrichtungen zu vergleichen. Die Statistik liefert daher keine Aussage, welche
durchschnittliche Belastung Familien zu erwarten haben, die ein Mitglied im Wachkoma in einer Spezialeinrichtung der Phase F versorgt haben möchten. Erfahrungsgemäß liegen
die monatlichen Kosten zwischen 4.000,- und 5.000,- Euro.
Aus der Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes ergeben sich keine Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Kosten und Qualität. Einen gewissen Anhaltspunkt könnten die Statistiken
über die Personalstruktur geben. Aber ausgerechnet das teuerste Bundesland hat auch den höchsten Anteil an Personal auf Basis geringfügiger Beschäftigung (400-Euro-Jobs), im
allgemeinen eher ein "Qualitätskiller". Leider finden sich auch keine Aussagen, in welchem Umfang Personal in Leiharbeitsfirmen ausgelagert ist - ein Trend, der sich auch in
Pflegeeinrichtungen in den letzten Jahren verbreitet hat und gemeinhin ebenfalls als "Qualitätskiller" gilt.
Eine genauere Analyse will die Untersuchung "Heimentgelte bei der stationären Pflege in Nordrhein-Westfalen - Ein Bundesländervergleich" des Rheinisch-Westfälischen
Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI) in Essen geben. Hier gelangen die Wissenschaftler zusammenfassend zu dem Befund: "Inwieweit die höheren Pflegeheimkosten auch zu einer
höheren Qualität führen, konnte nicht geklärt werden. Es gibt jedoch schwache Hinweise dafür. So sind in NRW mehr Serviceangebote, insbesondere soziale Aktivitäten, in
den Kosten enthalten" (S. 11). Hier findet sich möglicherweise der Grund für den vergleichsweise hohen Anteil an geringfügig Beschäftigten.
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