Das therapeutische Reiten nutzt die heilende und wohltuende Wirkung des Pferdes. Der Patient sitzt auf dem Rücken des Pferdes und beide erleben so einen unmittelbaren Kontakt zueinander.
Bewegt werden und Bewegen setzt ein besonderes Verhältnis zwischen Pferd und Mensch voraus.
Das therapeutische Reiten gliedert sich in drei große Bereiche:
- Hippotherapie
- heilpädagogisches Reiten bzw. Voltigieren
- Reiten als Sport für Behinderte
Jeder dieser Bereiche spricht spezifische Probleme des Patienten an, aber die Grenzen sind sehr fließend.
In jedem Bereich ist der Kontakt zum Pferd und zum Therapeuten sehr ausgeprägt. Der Patient wird dabei als ganzer Mensch gefordert und gefördert. Das therapeutische Reiten ist eine ganzheitliche Behandlung,
welche den Körper, Geist und Seele anspricht und diese Harmonie hilft heilen.
Information über Hippotherapie
Die HIPPOTHERAPIE (griechisch: hippos = Pferd ; therapeia = Therapie) ist eine krankengymnastische Behandlungsmethode auf neurophysiologischer Grundlage, welche die Bewegungen des Pferderumpfes
als therapeutisches Medium nutzt. Es erfolgt eine gezielte Einwirkung auf den menschlichen Körper durch das „Bewegt werden“! Sie dient der Ergänzung und Erweiterung der üblichen Physiotherapie und
eignet sich für Kinder und Erwachsene. Die Hippotherapie wird von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten mit der Zusatzausbildung Hippotherapie durchgeführt.
Es werden dreidimensionale Schwingungsimpulse, die über den Pferderücken auf das Becken des Patienten übertragen werden, ausgenutzt. Dies erfolgt vornehmlich in der Gangart „Schritt“.
Das Pferd überträgt dabei auf den Rumpf des Patienten durchschnittlich 90 – 110 Schwingungsimpulse pro Minute, welche nahezu identisch sind mit dem Gangrhythmus des Menschen – und somit
mit dem Bewegungsablauf des Ganges eines Menschen. Der Patient reagiert dabei auf die vom Pferd angebotenen Schwingungsimpulse im Rahmen seiner motorischen Fähigkeiten, denn nichts bleibt
unbewegt auf dem Pferd und alles lässt sich wahrnehmen auf dem Pferd!
Die dreidimensionalen Schwingungsimpulse, welche durch einen Impuls von der Hinterhand des Pferdes gestartet werden und dann über die Kruppe und den Pferderücken weiterlaufen, werden
zunächst vom Becken des Patienten übernommen. Das Becken stellt in der Physiotherapie die Basis für alle weiterlaufenden Bewegungen an die Wirbelsäule und Extremitäten dar. Das Weiterlaufen
der Bewegungen ist dabei von einigen Faktoren abhängig:
- von der Beckenstellung des Patienten
- vom individuellen Bewegungsausmaß der Wirbelsäule
- vom individuellen Bewegungsausmaß der Hüftgelenke (z.B. Spreizfähigkeit)
- vom Bewegungsausmaß des Pferdes (d.h. von der Schrittfrequenz, vom Schrittmaß und vom Umfang des Pferdes)
- von der Rumpfaufrichtung und damit der Möglichkeit des freien Sitzens
Durch verschiedene Bewegungsachsen im Becken entstehen hier mehrere Bewegungen:
- Rotation in den Hüftgelenken, in der unteren Brustwirbelsäule und in den Schultergelenken
- Lateralflexion im Sinne einer Verlängerung und Verkürzung der entsprechenden Rumpfseite (besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule) sowie beim Ab- und Anspreizen der Hüftgelenke
- Streckung und Beugung in den Hüftgelenken, in der Lendenwirbelsäule und in den Schultergelenken.
Michaela Becker Praxis für ganzheitliche Physiotherapie Ratzeburger Allee 14 B 23564 Lübeck Tel. 04 51/79 80 06
...mehr über
- Mögliche Zielsetzungen in der Hippotherapie für den einzelnen Patienten
- Indikationen für die Hippotherapie für Patienten ab vier Jahren
- Kontraindikationen, d.h. bei folgenden Patienten sollte die Hippotherapie nicht angewendet werden
- Voraussetzungen für die Durchführung der Hippotherapie
- Behandlungsdosierung
...lesen Sie in der Ausgabe (3/2006) unserer Mitgliederfachzeitschrift "WACHKOMA - und danach".
Gern senden wir Ihnen ein kosenloses Probeexemplar zu. Informationen dazu erhalten Sie in unserer Bundesgeschäftsstelle.
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