DEUTSCHE WACHKOMA GESELLSCHAFT

BUNDESVERBAND

SCHÄDEL-HIRNPATIENTEN IN NOT e.V.

Pflegeeinstufung

 

 

Antrag und Begutachtung zur Pflegeeinstufung

Der Antrag auf Leistung wird bei der Krankenkasse des Patienten gestellt, diese leitet den Antrag an die zuständige Pflegekasse weiter. Die Leistungspflicht beginnt ab Antragsdatum. Eine rückwirkende Leistung ist nicht zulässig! Im Normalfall wird die entlassende Klinik den Antrag stellen. Aber Sie sollten selbst auch darauf achten, um Einbußen zu vermeiden!

 

Im Regelfall ist bei Schwer-Schädel-Hirnverletzten von Pflegestufe III, bzw. Stufe III+ (Härtefall) also von Pflegegrad 4 oder 5 auszugehen. Die Erfahrung zeigt, dass die korrekte Einstufung als Härtefall oft nur mit Unterstützung durch eine erfahrene Pflegekraft, einen engagierten Hausarzt oder einen sachkundigen Rechtsanwalt zu erreichen ist.

In der Praxis ist immer wieder zu beobachten, dass Patienten bei der Verlegung aus dem Akutkrankenhaus oder der Frührehabilitationsklinik in Pflegestufe II eingestuft werden, weil die Einstufung nach „Aktenlage“ gemäß der Pflegedokumentation des Krankenhauses ermittelt wird. In diesen Fällen müssen Sie unbedingt fristgerecht Widerspruch einlegen (formloses Schreiben an die Pflegekasse genügt) und eine persönliche Begutachtung fordern.

Die Begutachtung erfolgt durch einen Gutachter des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen).

Gerade bei häuslicher Pflege treten häufig „Missverständnisse“ auf, die zu der Festlegung einer zu niedrigen Pflegestufe, bzw. Pflegegrades führen, was einen finanziellen Nachteil für Sie bedeutet. Suchen Sie unbedingt die Unterstützung durch Fachleute. Eine gute Pflegeeinrichtung oder ein erfahrener Pflegedienst wird das leisten.

 

Auch der Bundesverband „Schädel-Hirnpatienten in Not e. V.“ berät Sie gern. Bei einer ungünstigen Einstufung kann ein Widerspruchsverfahren und nachfolgend der Klageweg beschritten werden. Überschreiten Sie in keinem Fall die Widerspruchsfrist, die in der Regel 4 Wochen ab dem Datum des Ablehnungs- bzw. Gutachtenbescheides beträgt.  Besser ist aber eine Vorbeugung durch gute Vorbereitung, insbesondere durch eine gute und genaue Dokumentation des tatsächlichen Pflegeaufwandes.

 

(Mai 2016)

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